Erinnerungen an Werner Bergengruen – Vortrag

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    Datum/Zeit
    Date(s) - 13.06.2017
    19:30 - 21:30

    Veranstaltungsort
    St. Ingbert: Stadtbücherei

    Kategorien


    Nach Kriegsende wurden in Deutschland v.a. die Autoren gelesen, die im Lande geblieben waren und Konflikte mit den Machthabern in Kauf nahmen, z. B. Jochen Klepper, Ernst Wiechert und Werner Bergengruen. Er wurde 1937 aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen und stand dem Münchner Widerstand der ‘Weißen Rose’ nahe. Sein berühmtester Roman, ‘Der Großtyrann und das Gericht’(1935), wurde als Parabel auf die Verirrungen der totalitären Macht, ja als Kritik an Hitler (im Sinne historischer Camouflage) gelesen, im ‘Völkischen Beobachter’ aber auch als “Führerroman der Renaissance’ gepriesen. Zudem war Bergengruen ein produktiver Verfasser von Novellen, die bis in die 60er Jahre in Schulen gelesen wurden. ‘Die Feuerprobe’, ‘Die drei Falken’, ‘Der spanische Rosenstock’ sind bis heute lesenswert. Die Gedichte, u.a. in einer 1945 publizierten Sammlung (“Dies irae”) und 1950 unter dem Titel “Die heile Welt” (!) erschienen, belegen seine Kritik an der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und seine heilsgeschichtliche katholische Perspektive. Trotz seiner Widersprüche und dank seiner außergewöhnlichen Erzählgabe verdient er eine kritische Erinnerung.

    Prof. Dr. Gerhard Sauder stellt den Dichter und sein Werk vor.

    Eine Kooperationsveranstaltung von Katholischer Erwachsenenbildung Saarpfalz (KEB) und St. Ingberter Literaturforum (ILF)

    Kosten: 3,-

    Info: KEB, Telefon 06894/9630516, E-Mail: kebsaarpfalz@aol.com