Wissenschaftsforum St. Ingbert

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    Datum/Zeit
    Date(s) - 23.01.2018
    19:30 - 21:00

    Veranstaltungsort
    St. Ingbert: Alte Schmelz - Konsumgebäude

    Foto: Frank Leyendecker

    Kategorien


    Selbstheilender Autolack aus Maisstärke

    Referent: Prof. Dr. Gerhard Wenz

    Universität des Saarlandes, Organische Molekularchemie, Saarbrücken

    Oberflächliche Mikrokratzer im Autolack sind harmlos, aber verschandeln die glänzende und makellose Oberfläche. Eine Erfindung aus meinem Arbeitskreis soll nun Abhilfe schaffen: Ein neuer Lack ist in der Lage, wegen der besonderen Anordnung der Moleküle kleine Kratzer selbst zu reparieren. Die Vernetzung über ringförmige Moleküle, macht das Material beweglich, sodass es die Kratzer auffüllt und diese wieder verschwinden.

    Als Vernetzungsstellen in unserem neuen Lack verwenden wir ringförmige Kohlenhydrate, sogenannte Cyclodextrine, welche industriell aus Maisstärke hergestellt werden. Diese Cyclodextrine fädeln wie Perlen auf Kunststoffmoleküle auf. In den so entstehenden Polyrotaxanen sind die Perlen auf dem Faden frei beweglich und werden durch Stoppermoleküle am Abfädeln gehindert. Die Vernetzung der aufgefädelten Ringe erfolgt mittels Polyurethanchemie wie sie für Autolacke schon etabliert ist.

    Die anwendungsrelevanten Eigenschaften der Lacke wie Härte, Temperaturverhalten, Witterungsbeständigkeit und Selbstheilung werden im Leibniz-Institut für Neue Materialien (INM) getestet. Wir entwickeln nun eine umweltfreundliche Applikation, welche später industriell genutzt werden kann.