Kinowerkstatt St. Ingbert: Programm vom 1. – 6. Januar 2014

"Down by Law" (Mi. 1. Januar, 20 Uhr; Mo. 6. Januar, 20 Uhr)
"Höhle der vergessenen Träume" (Fr. 3. Januar, 20 Uhr; So. 5. Januar, 20 Uhr)
"Hai-Alarm am Müggelsee" (Sa. 4. Januar, 20 Uhr)
"Sams im Glück" (So. 5. Januar, 16 Uhr)

Jim Jarmuschs Klassiker

Einen Film, den man immer wieder sehen kann ist "Down by Law" (USA 1986, 107 Minuten) Regie: Jim Jarmusch, Drehbuch: Jim Jarmusch, Musik: John Lurie, Tom Waits („Jockey Full of Bourbon“, „Tango Till They're Sore“), Kamera: Robby Müller, Schnitt: Melody London, Ausstattung: Janet Densmore, Darsteller: Tom Waits (Zack), John Lurie (Jack), Roberto Benigni (Roberto), Nicoletta Braschi (Nicoletta), Ellen Barkin (Laurette), Billie Neal (Bobbie), Rockets Redglare (Gig), Vernel Bagneris (Preston), Timothea (Julie).
"Down by Law", am Mittwoch, den 1. Januar, um 20 Uhr und am Montag, den 6. Januar, um 20 Uhr in der Kinowerkstatt zu sehen, spielt in Louisiana, wo zwei Loser (die Musiker Tom Waits und John Lurie) sich plötzlich zusammen in einer Gefängniszelle wiederfinden. Eines Tages wird ein lautstarker und ungestümer Italiener (Roberto Benigni) zu ihnen in die Zelle gesteckt, und die Chemie zwischen den Insassen ändert sich -- plötzlich ist ein Ausbruch nicht mehr unmöglich.
"Down by Law" war der erste amerikanische Film für den italienischen Komödianten Roberto Benigni (Das Leben ist schön), und er bringt mit seinen sprudelnden Clownereien Leben in den Film.
Drei sympathische Underdogs in einer desillusionierten Welt: Jim Jarmuschs dritter Kinofilm ist gewohnt atmosphärisch und dichtes Erzählkino in kargen Schwarzweissbildern und lebt von der drei herrlichen Hauptdarstellern Tom Waits, John Lurie und Roberto Benigni und ihren gegensätzlichen Charakteren. Dazu die stimmungsvolle Musik von Lurie, die Songs von Waits, lakonisch-cooler Humor und eine schlichte Story.
"Down By Law" heisst im US-Slang "alles im Griff" und ist hier ziemlich ironisch gemeint, denn die drei Loser haben ihr Leben alles andre als im Griff. Für Verbrechen verhaftet, die sie nicht begangen haben, ausser Bob (Benigni), der in Notwehr mit einer Billardkugel einen Mann getötet hat, hängen sie in ihrer Zelle rum, schlagen die Zeit tot, gehen sich auf die Nerven oder muntern sich auf. Auf der anschliessenden Flucht (der Knastausbruch wird erfreulicherweise nicht im Detail gezeigt, weil dies für die Story nicht wichtig ist) mögen sie sich immer noch nicht, raufen sich aber ob der unangenehmen Situation zusammen.
"Down By Law" ist erfrischend und zutiefst menschlich, mit starken, ruhigen Bildern und Stimmungen, eingefangen von Robby Müller, der anschliessend zu Jarmuschs Stammkameramann avancierte. 

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Werner Herzogs "Höhle der vergessenen Träume"

Die Kinowerkstatt wiederholt am Freitag, den 3. Januar, um 20 Uhr, sowie am Sonntag, den 5. Januar, um 20 Uhr Werner Herzogs "Höhle der vergessenen Träume" (Frankreich / Kanada / USA / Großbritannien / Deutschland 2011, Originaltitel: Cave of Forgotten Dreams, Prädikat: besonders wertvoll - FSK: ab 6 - Länge: 90 min.) 
Mehr als 30 000 Jahre hat die Menschheit gebraucht, um von der Höhlenmalerei zum Tafelbild zu kommen. Dann ging es ruckzuck: vom Tafelbild zum Tablet-PC – lumpige Jahrhunderte. Vielleicht lohnt es nicht, über so etwas nachzudenken, aber Fragen nach dem Woher und Wohin von Kunst und Kultur drängen sich auf, wenn man mit Werner Herzog in die Chauvet-Höhle im französischen Ardèche-Tal hinabsteigt.
Dem Regisseur ist es, als wäre hier »die Seele des modernen Menschen erwacht« – im Finstern, denn die Künstler des Paläolithikums haben nur dort gemalt, wo kein Tageslicht mehr hinreichte. Mehr als 8000 Quadratmeter umfasst das Höhlensystem, rund 470 Tier- und Symboldarstellungen sind im Laufe von mehreren Jahrtausenden darin entstanden – die ältesten, die bekannt sind. Für die Öffentlichkeit sind diese Bilder nicht zugänglich. Anders als die Höhle von Lascaux, die geschlossen werden musste, weil sich durch den Atem der Touristen Schimmel gebildet hatte, wurde Chauvet gleich nach der Entdeckung in den Neunzigern von der Wissenschaft in fürsorglichen Gewahrsam genommen. Herzog durfte die Höhle mit einem Miniteam stundenweise betreten, gefilmt wurde mit einer handlichen semiprofessionellen Kamera.

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"Sams im Glück" ab 6 Jahren

Im Familienkino der Kinowerkstatt ist am Sonntag, den 5. Januar, um 16 Uhr "Sams im Glück" (Deutschland, 2012, Regie: Peter Gersina, Drehbuch: Ulrich Limmer, Paul Maar, Kamera: Gerhard Schirlo, Darsteller: ChrisTine Urspruch, Ulrich Noethen, Aglaia Szyszkowitz, Armin Rohde, Eva Mattes, August Zirner u.a. zu sehen. (BJF-Empfehlung: ab 6 Jahren, FSK: o.A., Länge: 103 Minuten)

"Immer wenn Herr Taschenbier plötzlich samsig wird, tut er das Gleiche wie das Sams. Er steht mitten in der Nacht auf und futtert den kompletten Kühlschrank leer. Teller, Bleistifte und sogar Regenschirmgriffe sind nicht mehr sicher, weil er sie anknabbert. Selbst das Reimen und das Frechsein sind für ihn kein Problem mehr, obwohl er doch sonst so schüchtern ist. Nach einem seiner Sams-Anfälle kommt Herr Ta­schen­­bier sogar ins Gefängnis. Doch an das, was er getan hat, erinnert er sich überhaupt nicht mehr.
Anfangs fand das Sams den neuen Papa ja ganz lustig. Jetzt ist der Spaß aber vorbei, denn alles was Herr Taschen­bier an­fasst, geht schief. Das Sams muss dringend etwas unternehmen. So macht es sich auf den Weg in die Sams-Welt, um das Übersams zu fragen, wie Herr Taschenbier wieder so wird, wie er früher war. Und es hat auch schon eine Idee. Gibt es da nicht die Sams-Regel Nummer…?" (www.kinderfilmwelt.de)
"Sams im Glück" wurde ausgezeichnet mit dem Kindermedienpreis„Der weiße Elefant 2012“.

Pressezitate:
Ulrich Noethen sorgt mit seiner ungebremsten Spielfreude dafür, dass dieser Sams-Film noch witziger und anarchischer ist als die vorherigen Adaptionen.

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Hai - Alarm am Müggelsee

..läuft am Samstag, den 4. Januar nur um 20 Uhr in der Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49.
"Hai-Alarm am Müggelsee ist eine deutsche Komödie von Leander Haußmann und Sven Regener aus dem Jahr 2013. Der Film spielt in Friedrichshagen, einem Ortsteil des Berliner Bezirks Treptow-Köpenick und handelt von der vermeintlichen Existenz eines Hais im Müggelsee." (wikipedia) Es spielen: Henry Hübchen, Michael Gwisdek (Bademeister), Uwe Dag Berlin, Anna-Maria Hirsch, Tom Schilling (Fischexperte), Benno Fürmann(Der reiche Mann von Friedrichshagen), Annika Kuhl, Detlev Buck (Polizist Müller)
Katharina Thalbach (Die zynische Irre).

Bei der morgendlichen Kontrolle der Wassertemperatur wird dem Bademeister des Seebades Friedrichshagen auf mysteriöse Weise die rechte Hand abgebissen. Die Bisswunden deuten auf die Existenz eines Haies im Müggelsee hin. Zur gleichen Zeit kehrt der Haijäger Snake Müller auf seinem Hausboot aus Hawaii in seine Heimat Friedrichshagen zurück. Schnell wird ihm klar, dass sich wirklich ein gefährlicher Hai im Müggelsee befindet.
Der Bürgermeister berät mit seinen Experten über den Ernst der Lage und spielt die Gefahr zunächst herunter. Die Unruhe in der Bevölkerung wird jedoch immer größer. Auf Anraten der Stadtmarketingbeauftragten Vera Baum wird schließlich der Hai-Alarm ausgelöst.
"Die Macher scheren sich also nicht um Allgemeinverständlichkeit. Grandiose Momente gelingen ihnen aber doch - etwa wenn Detlev Buck als stoischer Dorfbulle im Boot eine störrische Schwimmerin davon überzeugen will, endlich den See zu verlassen. Die Szene nimmt sich Zeit, die Skurrilität der Situation und die spezifischen Züge der Figuren zu entwickeln, statt auf den bloßen Effekt zu setzen.
Mit der Zeit kristallisiert sich dann tatsächlich so etwas wie eine Geschichte aus der Collage von Einzelszenen heraus. Running Gags, die eng mit den jeweiligen Charakteren verbunden sind, erweisen sich - eigentlich eine Binse - als zunehmend effektiver, je besser man mit den Figuren vertraut ist. Und als Satire auf die hysterisch-provinziellen Umtriebe des Städtemarketings funktioniert der Film sogar hervorragend. Regener und Haußmann haben eine brachiale, vom Moment der Überraschung besessene Komödie gedreht, die einem aus jeder Einstellung entgegen schreit: Lieb mich oder hass mich! Doch entschiede man sich für eines davon, wäre man den Filmemachern schon auf den Leim gegangen." (DER SPIEGEL)

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