Familien-Partei kritisiert Umbenennungspläne: „Symbolpolitik statt echte Stadtentwicklung“
Mit deutlicher Verwunderung reagiert die Familien-Partei auf die Pläne zur Umbenennung mehrerer Plätze und Straßen in St. Ingbert.
„Natürlich kann man neue Straßen oder neue Plätze sinnvoll benennen. Was hier aber diskutiert wird, sind bestehende und eingeführte Namen – ohne erkennbare sachliche Notwendigkeit“, erklärt die Familien-Partei.
Besonders kritisch sieht die Fraktion die geplante Umbenennung der Wollbachstraße in „Konrad-Adenauer-Straße“ im Zusammenhang mit dem neuen Rathausstandort.
„Die Wollbachstraße ist kein historisch belasteter Name. Es gibt keinen erkennbaren Zwang zur Umbenennung. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass hier vor allem die Kombination aus neuem Rathaus und dem Namen eines früheren Bundeskanzlers politisch gewollt ist.“
Auch die geplante Umbenennung des Rendez-Vous-Platzes stößt bei der Familien-Partei auf Unverständnis.
„Der Platz ist ein zentraler Orientierungspunkt im ÖPNV und im Stadtbild. Dort treffen die Buslinien zusammen. Die Bürger kennen diesen Namen seit Jahren. Warum man das ohne echte Not verändern will, erschließt sich uns nicht.“
Ähnlich bewertet die Familien-Partei die Überlegungen rund um die Straße „Alte Schmelz“.
„Natürlich kann man die Verdienste einzelner Persönlichkeiten würdigen. Aber die Straße Alte Schmelz führt zur Alten Schmelz. Der Name ergibt inhaltlich Sinn und gehört zur örtlichen Identität.“
Nach Auffassung der Familien-Partei entsteht insgesamt der Eindruck eines politischen Austauschgeschäfts zwischen CDU und SPD.
„Die einen bekommen ihren Straßennamen am Rathaus, die anderen ihre politischen Namensgeber an anderer Stelle. Der Ortsrat sollte aber kein Instrument parteipolitischer Symbolpolitik sein.“
Grundsätzlich stellt die Familien-Partei zudem die Prioritäten der Diskussion infrage.
„Viele Bürger erwarten Antworten auf ganz andere Themen: Zustand der Innenstadt, Aufenthaltsqualität, Baustellen, Verkehr, Leerstände oder die seit Jahren verschobene Sanierung der Fußgängerzone. Stattdessen diskutiert der Ortsrat ausführlich über neue Straßenschilder.“
Die Familien-Partei fordert daher mehr Augenmaß und mehr Konzentration auf konkrete Verbesserungen im Alltag der Bürger.
„Straßennamen allein machen noch keine bessere Stadtpolitik.“
gez. Roland Körner, Fraktionsvorsitzender
Pressemitteilung der Familien-Partei

