In der St. Ingberter Rathausgalerie ist noch bis zum 17. April 2026 die Ausstellung „Retrospektive“ von Theodor Fischer zu sehen. Die äußerst vielseitigen Werke mit hoher Strahlkraft zeugen von der künstlerischen Neugier des Malers.
Etwa 6.000 Werke hat Theodor Fischer im Laufe seines Künstlerlebens kreiert, die Hälfte davon ist katalogisiert. „Schon in der Schule habe ich lieber den Vogel vor dem Fenster gemalt, als die Aufgabe des Lehrers zu erledigen“, erzählt er mit einem Augenzwinkern. Alles habe er ausprobiert, um künstlerisch tätig zu sein, das zeigen auch die exponierten Werke. In meist leuchtenden Farben sind Tuschezeichnungen, Aquarelle, Stillleben mit Speckstein, Acrylmalerei, Kaltnadelradierungen, Asphaltätzung neben Lithographien auf Solnhofer Schiefer, Aktmalerei mit echten Rötelstein aus Oberthal und Mischtechniken zu sehen. Sein Lieblingsmedium sind jedoch Aquarellfarben, häufig mit Strichmalereien in Tusche, die an japanische Kunst angelehnt sind. „Aquarell ist für mich die Königin der Malerei – sie verzeiht keine Fehler“, schwärmt Theodor Fischer
Neben abstrakten Werken wie einem zerstörten Telefon mit dem Titel „Befreiung aus der Sklaverei“ stehen aussagekräftige Porträts, leuchtende Landschaften, urbane Szenen und zahlreiche kraftvolle Tierbilder. So gelingt es ihm, die Muskelkraft galoppierender Pferde in zarten Aquarellfarben festzuhalten. Ein Porträt von Albert Weisgerber entstand in der Sommerakademie in St. Ingbert.
„Aquarell ist die Königin der Malerei“
Zunächst Autodidakt hat sich Theodor Fischer von zahlreichen namhaften Künstlerkollegen begleiten und beeinflussen lassen, darunter Vertreter der informellen Malerei wie Karl Otto Götz, Otto Greis und K.R.H. Sonderborg, aber auch bei Radier-Künstlern wie Peter Spiegel und Aquarellkünstlern wie Oskar Koller. Die Künstlergemeinschaft und den Austausch suchte und sucht er in verschiedenen Gruppen: In den 60er Jahren schloss er sich der Gruppe „Schaffen“, später der „Malerpalette Bexbach“ und der „Internationalen Civic Art Guild“ an. 1981 schließlich gründete er gemeinsam mit Kollegen den Postkunstverein Saar e.V., der ihm bis heute unter dem Namen Kunstverein Saar e.V. eine künstlerische Heimat ist. Seine Inspiration findet der 79-Jährige vor allem in der Natur – über 1.000 Werke stellen Landschaften meist in Aquarell dar. „Aber auf Reisen nach Südeuropa halte ich immer wieder gern die Sonne des Südens fest“, bemerkt er.
Rathausgalerie St. Ingbert (1.OG im Rathaus)
Am Markt 12
66386 St. Ingbert
Öffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch von 8 bis 16 Uhr, Donnerstag von 8 bis 18 Uhr, Freitag von 8 bis 12 Uhr

