Rehabilitation dort, wo Menschen leben: Ein Jahr „Reha Zuhause“ am Kreiskrankenhaus St. Ingbert

Rehabilitation in den eigenen vier Wänden: Mit diesem Ansatz startete vor einem Jahr die Mobile Rehabilitation „Reha Zuhause“ des Kreiskrankenhauses St. Ingbert. Das im Saarland einzigartige Versorgungsangebot bringt ein multiprofessionelles Reha-Team direkt zu den Menschen nach Hause.

Hinter dem Angebot stehen rund drei Jahre Entwicklungsarbeit. Ziel war es, Menschen eine Rehabilitation zu ermöglichen, für die eine klassische stationäre oder ambulante Maßnahme nicht die passende Lösung ist. Damit sollte eine Versorgungslücke geschlossen werden. Heute zeigt sich: Der Bedarf ist groß.

Therapie im tatsächlichen Alltag

Das Konzept von „Reha Zuhause“ verbindet therapeutische Maßnahmen unmittelbar mit den Herausforderungen des täglichen Lebens. Ein multiprofessionelles Team besucht die Patientinnen und Patienten in ihrem häuslichen Umfeld und arbeitet dort an individuellen Rehabilitationszielen. Dabei geht es beispielsweise darum, wieder sicher die Treppe zu bewältigen, sich im eigenen Badezimmer selbstständiger zu bewegen oder alltägliche Aufgaben wie das Zubereiten einer Mahlzeit wieder besser bewältigen zu können.

„Die Mobile Reha erreicht Menschen, die von klassischen Reha-Angeboten häufig nicht ausreichend profitieren können“, erklärt Christine Klasen, Chefärztin der Geriatrischen Rehabilitationsklinik am Kreiskrankenhaus St. Ingbert. „Dazu gehören beispielsweise Menschen, für die eine stationäre oder ambulante Rehabilitation nur schwer umsetzbar ist, aber auch pflegende Angehörige, deren eigene Bedürfnisse bei der Versorgung oft in den Hintergrund geraten. Wenn wir die Therapie in das häusliche Umfeld bringen, können wir gezielt an den Herausforderungen arbeiten, die den Alltag tatsächlich bestimmen.“

Die Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen bestätigen den Wert des Ansatzes. Denn die unmittelbare Verbindung von Therapie und Alltag ermöglicht es, Fortschritte dort zu erarbeiten, wo sie gebraucht werden: im eigenen Zuhause.

Versorgung muss sich an den Menschen orientieren

Für den Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Peter Zwirner, ist „Reha Zuhause“ zugleich ein Beispiel dafür, wie innovative Versorgung entstehen kann, wenn unterschiedliche Akteure gemeinsam an Lösungen arbeiten. „Von der ersten Idee bis zum Start waren intensive Abstimmungen, Überzeugungsarbeit und die Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern erforderlich“, berichtet Zwirner. „Die Mobile Reha zeigt, dass wir Versorgung neu denken müssen. Nicht der Mensch sollte sich an bestehende Strukturen anpassen müssen, sondern die Versorgung an die Bedürfnisse der Menschen.“ Mit „Reha Zuhause“ schließt das Kreiskrankenhaus eine konkrete Versorgungslücke und schafft ein Angebot, das den Alltag der Patientinnen und Patienten unmittelbar in den Mittelpunkt stellt. „Dass dieses Konzept heute umgesetzt ist und bereits vollständig ausgelastete Kapazitäten aufweist, verdanken wir dem Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der konstruktiven Zusammenarbeit mit unseren Partnern“, lobt Peter Zwirner.

Ein engagiertes Team macht die Idee möglich

Dass hinter dem Angebot nicht nur ein durchdachtes Konzept, sondern auch viel persönlicher Einsatz steckt, zeigt sich in der täglichen Arbeit des Teams. Die mobile Versorgung erfordert Flexibilität, enge Abstimmung und die Bereitschaft, für jeden Menschen individuelle Lösungen zu finden.

„So hatte ich es mir schon sehr lange gewünscht: sinnerfüllt und mit schnellen Erfolgen nachhaltig zu arbeiten“, sagt Kathrin Hoyer, Koordinatorin und Physiotherapeutin. „Und genau das erleben wir hier: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schätzen die intensive Arbeit vor Ort. Hier können wir mit den Rehabilitanden und ihren Angehörigen in ihrem Lebensumfeld direkt arbeiten. Schlüsselfaktoren werden gemeinsam erkannt, und das gesamte Reha-Team trainiert und arbeitet dann an den Verbesserungen und Lösungen. Die Erfolge machen Spaß und helfen, den Stress der Aufbauarbeit mit Humor und Teamgeist zu bewältigen. Das ‚Reha Zuhause‘-Team ist grandios, und ich bin unglaublich dankbar für jede meiner Kolleginnen und jeden meiner Kollegen, die diese Herausforderung jeden Tag für unsere Patientinnen und Patienten und unser Haus meistern.“

Zum ersten Geburtstag blickten Mitarbeiter, Netzwerkpartner, Patientinnen und Patienten sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik gemeinsam auf die Entwicklung und die Erfolge des ersten Jahres zurück. Das erste Jahr zeigt, was durch gemeinsame Überzeugung, Beharrlichkeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit entstehen kann: Aus einer Idee ist ein konkretes Versorgungsangebot geworden, das Menschen in ihrem vertrauten Umfeld unterstützt.

„Wir möchten allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Netzwerkpartnern und Unterstützern, die die Entwicklung und Umsetzung der Mobilen Reha ermöglicht haben, ausdrücklich danken“, betonen Klasen, Zwirner und Hoyer. „Ein besonderer Dank gilt auch dem saarländischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit für die Begleitung und Unterstützung dieses innovativen Versorgungskonzeptes.“

Mit „Reha Zuhause“ entwickelt das Kreiskrankenhaus St. Ingbert die Altersmedizin und geriatrische Rehabilitation in der Region weiter. Das erste Jahr ist dabei nicht nur Anlass für einen Rückblick, sondern auch Ansporn, neue Wege in der Versorgung zu erschließen.

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