Freunde aus Radebeul besuchen ihre Partnerstadt St. Ingbert

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07In diesem Jahr konnte die Stadt St. Ingbert  wieder eine städtepartnerschaftliche Begegnung mit Radebeul durchführen. In diesem Rahmen fand vom 27. bis 30. 2021 eine Bürgerfahrt von Radebeul nach St. Ingbert statt. Karin Jugelt, Verantwortliche für die Städtepartnerschaft mit St. Ingbert, hatte die Reise gründlich vorbereitet, war aber leider aus gesundheitlichen Gründen an der Teilnahme verhindert. Die stellvertretend von Gabi Otto geleitete Gruppe umfasste 29 Teilnehmer/innen, von denen die überwältigende Mehrheit zuvor noch nie im Saarland war.
Nach der Ankunft und dem Bezug der Unterkunft traf man sich am Abend zu einem gemeinsamen Grillfest bei der Freiwilligen Feuerwehr St. Ingbert-Mitte. Nach der offiziellen Eröffnung durch OB Professor Dr. Ulli Meyer, der es sich nehmen ließ, die Gäste persönlich zu begrüßen, den Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses Peter Gaschott und Maria Pieter von der Stabsstelle Vereine, Sport und Städtepartnerschaften wurden die ersten Kontakte bei Schwenkbraten und Bier geknüpft. Das schmackhafte saarländische Abendessen wurde vom Team der Feuerwehr zubereitet und auch serviert. Die Gäste aus Sachsen zeigten sich sehr angetan von der Gastfreundschaft, der sie begegneten, und der Lockerheit und Ungezwungenheit der Saarländer. „Es war so, als ob man sich schon lange kennen würde“, so brachte eine Teilnehmerin diese spontanen Eindrücke auf den Punkt.

Foto: Jürgen Bost
Besuch der Radebeuler Bürgergruppe in St. Ingbert

„Im 33. Jahr unserer Partnerschaft haben wir Vorurteile überwunden und enge Freundschaften geknüpft“, freute sich Reiseleiterin Gabi Otto bei diesem herzlichen Wedersehen. Nun gelte es, neue Projekte anzustoßen, die sich nicht nur an ältere Menschen wenden, sondern vor allem auch junge Leute auf die bereits 1988 vor Öffnung der deutsch-deutschen Grenze begründete Partnerschaft neugierig machen: „Nur so werden wir über den Tellerrand schauen, unser Wissen teilen und voneinander lernen.“
Am ersten Aufenthaltstag ging es unter der Reiseleitung von Sonja Colling-Bost und Jürgen Bost nach Nancy. Bei recht wechselhaftem Sommerwetter wurde den Gästen die urbane und architektonische Vielfalt der lothringischen Metropole nahegebracht, und mit der Besichtigung der zum Welterbe zählenden Stadtplätze, der mittelalterlichen Altstadt sowie einem Besuch im Museum der Schönen Künste reihte sich ein Glanzlicht an das andere.
Nicht vergessen wurde auch der Charme des ländlichen Lothringen mit Aufenthalten am römischen Aquädukt von Ars-sur-Moselle und einer Führung durch die Freskenkirche von Sillegny. So wurde die immer wieder betonte Frankreichnähe des Saarlandes augenfällig. „Hier muss man unbedingt noch einmal hin“, so lautete der einhellige Tenor der Reisenden.
Bei der für den Sonntagmorgen angesetzten Stadtführung durch St. Ingbert, stellte Jürgen Bost vor allem das Bestreben um Nachhaltigkeit und den besondere Stellenwert der Einbindung einer Industriestadt wie St. Ingbert in die Biosphärenregion besonders heraus.

Foto: Jürgen Bost Dem Bliesgau war dann folgerichtig der Nachmittag gewidmet. Hier empfing Peter Gaschott die weit angereisten Gäste: „Diese Region ist das beste Beispiel für nachhaltige Begegnungen“, führte er aus und ergänzte humorvoll: „ Sie werden feststellen, dass sich Sachsen und Saarländer in ihrer Wesensart nicht wesentlich unterscheiden.“
Einem ausgesprochen kulinarischen Mittagessen in der Jungholzhütte mit Produkten aus der Region folgte eine Führung durch den europäischen Kulturpark Reinheim-Bliesbrück.

Foto: Jürgen Bost „Römerzeitliches und ein so beeindruckendes Fürstinnengrab haben wir bei uns in Sachsen nicht“, konstatierte einer der Teilnehmer während des abschließenden Flammkuchenessens in der Fischerhütte Reinheim.
Am Montagmorgen schlug die Stunde des Abschieds, und die Bürgergruppe aus Radebeul machte sich mit vielen schönen Eindrücken und Plänen für die weitere Ausgestaltung der Städtepartnerschaft auf den Rückweg an die Elbe, und das in dem Bewusstsein, dass es im nächsten Jahr unbedingt ein Wiedersehen in Sachsen geben sollte.

Foto: Jürgen Bost