Kinowerkstatt St. Ingbert: Programm vom 7. – 10. März 2014

“12 Years a Slave” (Freitag, 7. März, 19 Uhr; Samstag, 8. März, 20 Uhr; Sonntag, 9. März, 20 Uhr)
“Dallas Buyers Club” (Freitag, 7. März, 21:45 Uhr; Samstag, 8. März, 18 Uhr)
“All is Lost” (Sonntag, 9. März, 18 Uhr)
“Wadjda” (Sonntagsmatinee, 9. März, 10:30 Uhr)
“Mary Poppins” (Sonntag, 9. März, 16 Uhr)
“Die Elsässer (Teil 3)” (Montag, 10. März, 18 Uhr)
“Die Glenn Miller Story” (Montag, 10. März, 20 Uhr)

Oscar – Gewinner: “12 Years a Slave”

Der grosse Oscar-Gewinner ist dieses Jahr mit drei Oscars “12 Years a Slave” !

Steve McQueens „12 Years A Slave“ (GB/US 2013) Regie: Steve McQueen – Drehbuch: Steve McQueen, John Ridley, Besetzung: Brad Pitt, Benedict Cumberbatch, Michael Fassbender, Paul Giamatti, Scoot McNairy, Paul Dano, Marcus Lyle Brown, Sarah Paulson, Chiwetel Ejiofor, Garret Dillahunt, Taran Killam, Michael Kenneth Williams, Tom Proctor, Quvenzhané Wallis, Bryan Batt
(135 Minuten, FSK 12) hat bei der diesjährigen Oscar-Verleihung den Preis als „Bester Film“ gewonnen. „12 Years A Slave“ ist in der Kinowerkstatt am Freitag, den 7. März, um 19 Uhr, am Samstag, den 8. März, um 20 Uhr und am Sonntag, den 9. März, um 20 Uhr zu sehen.
Die Story, die Kinobesucher und Academy bewegte und erschütterte, ist eine wahre: Vor 160 Jahren hat sie der in die Sklaverei gekidnappte Solomon Northup zu Protokoll gegeben und beruht auf einem biografischen Buch über seinen Leidensweg. Und die Geschichte, die Northup 1853 auf 322 Seiten festhielt, hat es in sich: Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor) ist ein freier Afro-Amerikaner, der in New York als freier Tischler arbeitet. Seine wahre Leidenschaft ist allerdings die Musik, und als zwei vorgebliche Zirkus-Betreiber ihn in Washington DC als Musiker engagieren wollen, wirft er seine Bedenken über Bord.
Wenig später findet sich Salomon seiner Identität beraubt in Louisiana wieder, wo er als Sklave arbeiten muss. Sollte er je seinen wahren Namen und seinen Status als freier Mann erwähnen, so sagten sie ihm, werde er sterben. In den folgenden zwölf Jahren wechselt er mehrmals den Besitzer, und damit auch oft die Beschäftigung und die Art, wie er behandelt wird. Hoffnung blüht erst auf, als er auf der Plantage von Edwin Epps (Michael Fassbender) den weißen Tischler Samuel Bass (Brad Pitt) kennenlernt. Ihm vertraut er eine Nachricht an seine Familie an, welche in New York einen befreundeten Anwalt engagiert, um Solomon nach zwölf Jahren als Sklave endlich zu befreien und nach Hause zu bringen.
Die kenianische Schauspielerin Lupita Nyong’o wurde für ihre Rolle in “12 Years a Slave” als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet. Bei der Gala erinnerte Nyong’o an das Leiden der Sklavin Patsey, die sie verkörpert. “Mir ist in jedem Moment bewusst, dass mir so viel Freude in meinem Leben dank so viel Schmerz im Leben von jemand anderem widerfährt”, sagte sie.

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Oscar für Hauptdarsteller und Nebendarsteller in „Dallas Buyers Club“

„Dallas Buyers Club“ (USA 2014), Regie: Jean-Marc Vallée, Drehbuch: Craig Borten, Melisa Wallack ,Darsteller: Matthew McConaughey, Jennifer Garner, Jared Leto, Steve Zahn, Dallas Roberts, Denis O’Hare, Griffin Dunne, Kevin Rankin, Jane McNeill, Joji Yoshida, Catherine Kim Poon, John Tabler, James DuMont, Juliet Reeves, Stephanie Grote (117 Minuten, ab 12 Jahren) lief bereits let zte Woche und ist am Freitag, den 7. März, um 21:45 Uhr und am Samstag, den 8. März, um 18 Uhr noch einmal zusehen.
Die unglaubliche Geschichte, die dieser Film erzählt, hat sich in groben Zügen tatsächlich zugetragen. Texas, 1986: Der Elektriker Ron Woodroof (Matthew McConaughey) ist das, was man in seiner Heimat Texas einen richtigen Mann nennt: Er trinkt gerne, hängt mit seinen Jungs ab, schläft reihenweise mit Frauen und reitet ab und zu auch mal einen Bullen beim Rodeo, stilisiert sich sogerne zum Cowboy. Als er eines Tages bei der Arbeit mal einen heftigen Stromstoss abbekommt, wacht er wenig später im Krankenhaus auf. Die Ärzte haben jedoch keine guten Nachrichten für ihn: Ron wurde positiv auf HIV getestet, und er hat jetzt noch etwa 30 Tage zu leben.
Doch Ron will nicht so einfach aufgeben. Er informiert sich genauer über seine Krankheit und sucht nach alternativen Heilmethoden. Er landet schliesslich in Mexiko, wo er mit Medikamenten behandelt wird, welche von der amerikanischen FDA (Food and Drug Administration) nicht genehmigt sind und die man deshalb in den USA nicht bekommen kann. Er beginnt ein lukratives Geschäft mit geschmuggelten, de facto lebensverlängernden Medikamenten – und er legt in den Jahren, die ihm doch noch bleiben, seine Ressentiments gegen Schwule ab und lebt noch sieben Jahre länger.

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Sonntagsmatinée mit “Das Mädchen Wajda”

In einer Sonntagsmatinée zum Internationalen Frauentag am 8. März, zeigt die Kinowerkstatt den Film “Das Mädchen Wajda” (Saudi Arabien/Deutschland, 2012.) R, B: Haifaa Al-Mansour mit Waad Mohammed, Reem Abdullah, Abdullrahman Al Gohani, Ahd. Regisseurin Haifaa Al-Mansour drehte diesen Film über ein junge Mädchen in Saudi-Arabien, der in seiner klugen Beschränkung eine dem Zuschauer verborgene Welt öffnet.
“Es erheischt Aufmerksamkeit: der erste Film einer Regisseurin aus Saudi-Arabien! Doch wer “Das Mädchen Wadjda” gesehen hat, wird nachvollziehen können, dass man sich fast wünscht, der Film wäre frei von diesem Sensationsetikett, das augenblicklich zu einer Art Pflichtwahrnehmung aufruft. Denn das Schöne an Haifaa Al-Monsours Film ist gerade seine Zwanglosigkeit und Leichtigkeit. Man kann ihn auch einfach als einen witzig-melancholischen Film betrachten, mit einer berückend-forschen Hauptdarstellerin im Zentrum und einer völlig unkitischigen, trotzdem sehr berührenden Handlung.”

Wadjda (Waad Mohammed) ist zehn und lebt mit ihrer Mutter (Reem Abdullah) zusammen in Riad. Der Vater (Sultan Al Assaf) kommt nur auf Besuch vorbei, dann aber mit Geschenken und viel Zuneigung sowohl für die Tochter als auch für seine Frau. Die Gründe für dieses Wohnarrangement werden erst nach und nach klar: Offenbar kann die Mutter keine weiteren Kinder bekommen, und nun machen die Schwiegereltern Druck, dass ihr Sohn sich eine weitere Frau nehmen müsse. Doch dieses Drama, unter dem die Mutter sichtlich leidet, bleibt im Hintergrund, ein bisschen so, als sei es auch zu normal, um groß herausgestellt zu werden.
Wadjda hat ein grünes Fahrrad gesehen und will unbedingt Geld verdienen, um das Rad zu kaufen, meldet sich sogar zum Koranrezitier-Wettbewerb ihrer Schule an. Doch Radfahren ist für Mädchen in Saudi-Arabien verboten.
Die Jury der Evangelischen Filmarbeit empfahl den arabischen Film “Das Mädchen Wadjda” als “Film des Monats”. In der Begründung heißt es: “Praktisch im Alleingang zieht „Das Mädchen Wadjda“ den Schleier von einem Land, über das wir im Westen immer noch viel zu wenig wissen.” Wadjda – ein pfiffiges, intelligentes und selbstbewusstes Mädchen widersetzt sich der traditionellen religiösen Erziehung und Rolle – Mädchen dürfen nämlich in Saudi-Arabien nicht Fahrrad fahren – und verwirklicht ihren Traum.

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“Mary Poppins” im Familienkino, Sonntag 16 Uhr!

Die Kinowerkstatt zeigt den Klassiker “Mary Poppins” (USA / GB 1964, Robert Stevenson) am Sonntag, den 9. März, um 16 Uhr!
Zur Zeit läuft der Disney-Spielfilm “Saving Mr. Banks” über die Entstehung des grossen Klassikers “Mary Poppins”. Es geht um die teils schwierige Beziehung zwischen dem Studioboss Walt Disney und der Mary Poppins Erfinderin P. L. Travers. Die in Australien geborene Autorin P. L. Travers (1899-1996) war eine Dame die genau wusste was sie wollte, als Disney versuchte, die Filmrechte an ihren Mary Poppins Büchern zu bekommen. Sie ließ sich nicht vom Charme des Disney-Chefs beeindrucken, sondern bestand auf so viel Mitspracherecht bei der Entwicklung des Films und des Drehbuchs dass sie dem guten alten Walt fast den letzten Nerv kostete. Aber vielleicht war dies ja ein Mitgrund warum der Film Mary Poppins (1964) so ein exzellenter Klassiker von einem Familienfilm wurde. Eben Superkalifragilistischexpiallegetisch!

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All is lost

Der vergessene Oscar-Film ist für die Kinowerkstatt “All is lost” (USA 2013), Regie: J.C. Chandor, Drehbuch: J.C. Chandor, mit Robert Redford als einzigem Darsteller, (106 Minuten) – noch einmal zu sehen am Sonntag, den 9. März, um 18 Uhr.
Der Großteil von “All Is Lost” spielt an der Wasseroberfläche; dort kämpft ein Mann alleine ums Überleben: Irgendwo im Indischen Ozean ist sein Segelschiff mit einem über Bord gegangenen Frachtcontainer kollidiert, der ein tiefes Leck in den Rumpf gerissen hat. Das Außergewöhnliche von All Is Lost liegt nicht in seiner unkonventionellen Grundstruktur. Zwar sieht man einen Film mit nur einem Darsteller, der beinahe gänzlich ohne Sprache auszukommen hat, denkbar selten. Das Bemerkenswerte ist hier aber eine Wirkung, die zusätzlich noch entfesselt werden muss, die nicht einfach schon durch das Setting gegeben ist. So sehr der Film auch alles um seinen Darsteller zentriert, so sehr bleibt er nach allen Seiten hin offen, wie der Raum, in dem er verortet ist, der Ozean, der bereits an allen Rändern des Bildkaders mit seiner Ewigkeit droht. Für die Dauer des Films wird dieser Raum kein Ende finden, keine Erdung und keine Stabilität. Wer hier zusieht, wird selbst verloren gehen. All is lost.

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Kino liebt Jazz: Jazz-Filmreihe startet

Als Appetizer zum 28. Internationalen Jazz-Festival St. Ingbert vom 3. bis 6. April 2014 bietet die Kinowerkstatt jeden Montag im März eine kleine Jazzfilmreihe an: Gestartet wird am Montag, den 10. März, um 20 Uhr mit “Die Glenn Miller Story” von Anthony Mann, mit James Stewart, June Allyson, Charles Drake – übrigens Oscar- Gewinner von 1955. Schon früh entdeckte Glenn Miller seine Leidenschaft für die Musik und ein bestimmtes Instrument – die Posaune. Doch die einzige Chance seine” Musik umzusetzen, sah er in eigenen Kompositionen und einem eigenen Orchester. Jahrelang erlebte er nur Niederlagen, mußte seine Posaune ein um’s andere Mal ins Pfandhaus tragen. Die erste Glenn Miller Band löste sich aus Geldmangel auf, seine Arrangements wurden umgeschrieben, umbesetzt bis sie zur Farce wurden. Seine Frau Helen hielt zu ihm, munterte ihn auf, weiter zu machen. 1939 gelang dann der langersehnte Durchbruch – der Glenn Miller Sound war geboren. Der Film spiegelt Glenn Millers Leben, seine tiefe Liebe zu seiner Frau Helen und seine Musik eindrucksvoll wieder. Jede Station mit seinen unvergeßlichen Melodien wie “Moonlight Serenade”, “Chattanooga Choo Choo”, “Pennsylvania 65000”, u.v.a.m. unterlegt. Musikgrößen wie Louis Armstrong und Ben Pollak spielten in diesem Film live mit, um der Swing-Legende Glenn Miller ein Denkmal zu setzen.

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“Die Elsässer” (Teil 3: Die Jahre 1927-1940)

Auf vielfachen Wunsch zeigt die Kinowerkstatt an vier aufeinanderfolgenen Montagen, jweils um 18 Uhr, noch einmal “Die Elsässer” (diesmal in der deutschen Fassung) Dieser Vierteiler ist eine der größten europäischen Fernsehproduktionen der 90er Jahre. Er erzählt die Geschichte einer elsässischen Industriellenfamilie und des (fiktiven) Dorfes Alsheim zwischen 1870 und 1953, über drei Kriege hinweg.
Am Montag, den 10. März, um 18 Uhr, läuft Teil 3, die Jahre 1927-1940 (Dauer: 90 Min.) von Henri de Turenne und Michel Deutsch, Regie: Michel Favart, mit Cécile Bois (Mathilde Kempf), Jean-Pierre Miquel (Baron Eugène Kempf), Jacques Coltelloni (Charles de la Tour), Sebastian Koch (Edwin Wismar-Marbach), Irina Wanka (Friederike Wismar-Marbach), Jean-François Kopf (Hans Laugel), Nathalie Dauchez (Liselotte Laugel).
Es ist zugleich die Geschichte einer Region: des Elsass, der „schönen Provinz“ mit einer ruhmreichen Vergangenheit. Diese Gegend wurde durch die Geschichte und Rivalität der zwei Großmächte Deutschland und Frankreich geprägt, die sich lange Zeit als „Erbfeinde“ ansahen. 1914 bricht der erste Weltkrieg aus, 1918 siegt Frankreich und die Deutschen müssen nach 40 Jahren das Elsaß verlassen…
1940 erlebt Frankreich erneut eine vernichtende Niederlage im Zweiten Weltkrieg. Hitler hat das Elsaß
annektiert..