Pressemitteilung Familien-Partei: City-Management – Amazon & Co den Kampf ansagen

Die Familien-Partei spricht sich wiederholt für ein City-Management in St. Ingbert aus. Der erste Anlauf zu Beginn der Ratsperiode habe aber gezeigt, ein funktionierendes City-Management, also das Vorhandensein eines Kümmerers für die Geschäftsleute, eines strategisch denkenden Gestalters der Innenstadt und eines PR-Profis für die Innenstadt setze einen Dreiklang von Handel, Politik und Verwaltung voraus.

Die Familien-Partei begrüßt daher das City-Commitment von Handel und Gewerbe als richtigen Impuls zu einem City-Management. Auch das Übertragen des City-Managements aus dem baden-württembergischen Nagold auf St. Ingbert, seien richtige, prozessuale Schritte. Roland Düpre, wirtschaftspolitischer Sprecher der Partei mahnt aber: „es kann viel diskutiert werden, viel zerredet werden. Ohne glasklares Ziel und ohne ein Miteinander von allen Akteuren kann man sich die Diskussion und das Nachdenken aber sparen.“

Dass die Innenstadt attraktiver werden soll und dies Aufgabe eines City-Managers sei, sei nach Auffassung der Familien-Partei zwar richtig, aber dennoch zu kurz gegriffen. Denn was bitte heiße „attraktiv“? Zielten nicht schon alle Anstrengungen von Verwaltung, Wirtschaftsförderung und allen Akteuren seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten auf eine attraktive Innenstadt? Diese Fragen würden sicherlich von allen Akteuren mit „ja“ beantwortet.

Um eine Akzeptanz, finanzielle Unterstützung und eine Etablierung eines City-Managements zu erreichen, brauche es daher neue Wege. Die bisherigen Strukturen von Stadtmarketing, Wirtschaftsförderung, Aktionsgemeinschaft St. Ingbert müssten verändert werden und auf einen City-Manager zugeschnitten werden. Zudem brauche St. Ingbert eine klare Vorstellung wie eine Innenstadt 2030 aussehen solle. Dieses Bild müsse so klar sein, dass alle Akteure keinerlei Zweifel hätten, dass es auch erreicht wird. Nur dann käme Bewegung in Kaufmannschaft und Marktteilnehmer und aus einem vorsichtigen Unternehmer werde einer, der zu Investitionen bereit ist. Nur ein klares Zielbild ermögliche einem City-Manager ein erfolgreiches Wirken.

Nach Meinung der Familien-Partei müsse eine Innenstadt eine breite Grundversorgung ihrer Bürgerinnen und Bürger ermöglichen. Dies decke sich mit der Erwartung der Bevölkerung. Man müsse ferner einen Branchen-Mix festlegen, den es gelte schnellstmöglich, spätestens aber 2030 zu erreichen. Ein bestmöglicher Branchen-Mix bedeute breitestes Publikum in der Innenstadt. Dazu zähle dann eben auch, die Innenstadt im Center-Gedanken zu denken, um einheitliches Auftreten, Service-Standards, Aufenthalts-Qualität zu entwickeln. Ein City-

Management müsse zwei Dinge unbedingt berücksichtigen: Das City-Center St. Ingbert müsse so interessant sein, dass Auswärtige, beispielsweise Bürger aus Scheidt nicht nach Saarbrücken sondern nach St. Ingbert kommen. Die Kaufmannschaft müsse animiert werden, Mehrwerte zu liefern. „Wow, es ist toll in St. Ingbert einzukaufen.“ Nur wenn ein Kunde dies sage, habe ein City-Center St. Ingbert inmitten der großen Einkaufzentren seine Überlebenschance. Dieser Gedanke münde direkt im zweiten Aspekt. Noch gebe es die Chance Amazon & Co den Kampf anzusagen. Dazu müssten aber alle Waren des St. Ingberter Einzelhandels auf einer Plattform im Internet einsehbar sein und auf Verfügbarkeit prüfbar sein. In der Welt der modernen Bedürfnisbefriedigung ginge es dann für die Kunden um die Frage Selbstabholung oder Vorbeibringen. Derartige Online-Umsätze und Zusatz-Services stärkten im Wettbewerb mit dem Internet die Innenstadt.

Roland Körner, Fraktionsvorsitzender der Familien-Partei meint: „Nicht testweise für 2 Jahre, nicht mal ein bisschen, nicht mal kosmetisch ein paar Gelder; ganz oder gar nicht ist die Frage! Nur mit fester Überzeugung und klarem Bild von einem gelingenden City-Management und einer zukunftsfähigen Innenstadt macht ein City-Management Sinn und ist erfolgreich.“