Die Stadt St. Ingbert unterstützt die Initiative „Bürgermeister für einen starken Automobilstandort“ und den gemeinsamen Appell zahlreicher deutscher Oberbürgermeister an die Präsidentin der Europäischen Kommission, Dr. Ursula von der Leyen. Angesichts der angespannten Lage in der Automobil- und Zulieferindustrie fordern die beteiligten Kommunen eine deutliche Beschleunigung des europäischen Automotive Package, klare industriepolitische Signale, Technologieoffenheit und den Schutz industrieller Arbeitsplätze.
Die Initiative wurde von den Oberbürgermeistern der Städte Stuttgart, Wolfsburg, Friedrichshafen und Saarbrücken ins Leben gerufen und vertritt inzwischen zahlreiche Automobil- und Zulieferstandorte in ganz Deutschland. Gemeinsam stehen sie für Regionen, in denen weit über 800.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt von der Automobil- und Zulieferindustrie abhängen.
Auch für St. Ingbert hat die Branche eine große Bedeutung. Viele Menschen aus der Stadt und der Region arbeiten in der Automobilindustrie oder bei deren Zulieferern. Die wirtschaftliche Entwicklung der Industrie wirkt sich daher unmittelbar auf Beschäftigung, Kaufkraft und die Zukunftsperspektiven vor Ort aus.
„Die Transformation der Automobilindustrie kann nur gelingen, wenn sie mit Augenmaß gestaltet wird und die Menschen mitnimmt. Unsere Unternehmen und Beschäftigten brauchen jetzt Planungssicherheit, verlässliche Rahmenbedingungen und Technologieoffenheit. Jeder verlorene Industriearbeitsplatz trifft Familien und schwächt unseren Wirtschaftsstandort. Europa muss deshalb schnell handeln und ein klares Signal für industrielle Stärke und Wettbewerbsfähigkeit senden“, betont Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer.
Die Initiative weist darauf hin, dass die Automobilindustrie in Europa unter hohem Wettbewerbsdruck steht. Hohe Energiepreise, zunehmende regulatorische Anforderungen, geopolitische Unsicherheiten und langwierige Entscheidungsprozesse gefährdeten Investitionen und Beschäftigung. Nach Berechnungen des Verbandes der Automobilindustrie sind seit 2019 bereits rund 100.000 Arbeitsplätze in der deutschen Automobilindustrie verloren gegangen. Ohne politische Kurskorrekturen könnten bis 2035 weitere erhebliche Arbeitsplatzverluste folgen.
Die Stadt St. Ingbert unterstützt daher die Forderung nach einem schnelleren Vorgehen der Europäischen Kommission. Klimaschutz, Innovation und industrielle Wertschöpfung dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Transformation könne nur erfolgreich sein, wenn sie wirtschaftlich tragfähig, technologisch offen und gesellschaftlich akzeptiert gestaltet werde.
Symbolfoto Rathaus

