St. Ingberter Mountainbiker bei der Deutschen MTB-Meisterschaft in der olympischen Cross-Country-Disziplin

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Von 12.07. bis 14.07.2013 fanden die diesjährigen Deutschen MTB-Meisterschaften in der Disziplin Cross-Country in Bad Salzdetfurth statt. 6 Mountainbiker vom RSC St. Ingbert machten sich auf den weiten Weg, um sich mit den besten Mountainbikern Deutschlands zu messen. Dies waren im Einzelnen Thore (AK U13 Kids-Race) und Lars (AK U15m) Hemmerling, deren Eltern Christine (Frauen Hobby) und Dirk (Senioren II) Hemmerling und Sascha Schwindling (Senioren I), alle vom Team Herzlichst Zypern, sowie Philipp Lenhart (U17m) vom Team Rotwild. Damit stellten die Fahrer vom RSC St. Ingbert 7 von 8 saarländischen Teilnehmern bei der DM.

Die anspruchsvolle Meisterschafts-Strecke hatte eine Länge von 4,6km bei 220 hm. Vom Start weg ging es stetig bergauf und die Uphill-Passagen brachten die Fahrer an ihre körperliche Leistungsgrenze. Ein Drittel der Strecke ging fast ununterbrochen bergauf – mal mehr, mal weniger, gespickt mit kurzen, aber äußerst steilen Rampen. Ab der Altersklasse U17m musste eine äußerst anstrengende Schleife absolviert werden, die am höchsten Punkt der Strecke für etliche Fahrer die Mutprobe schlechthin darstellte – ein Sprung in eine ca. 150m lange Abfahrtsrinne, bei der auf holprigem Untergrund fast 50 km/h erreicht wurden. Dem weiteren Verlauf der Strecke folgten flowige und staubige Kurven, schnelle Querpassagen, auch mal wieder kleinere, aber nicht weniger anstrengende, Rampen bis die Strecke in den technischen Teil des Slalomkurs mündete. Nach der Zieldurchfahrt wurde die Altstadt durchfahren über Holzbuckel, Schwimmbrücken und einem Treppenabsatz, ehe es wieder kontinuierlich bergauf ging.

Freitags mussten Lars Hemmerling und Philipp Lenhart als erste ran, um in jeweils zwei Slalom-Rennen die Startpositionen für den nächsten Tag herauszufahren. Lars lieferte zwei ausgezeichnete Läufe und sicherte sich den 3. Startplatz von über 50 Startern, trotz immer noch vorhandener Erkältung. Philipp errang mit zwei soliden Läufen den 33. Startplatz von fast 80 Startern.

Samstags griff Lars als erster ins Geschehen ein. Als jüngerer Jahrgang machte er sich keine Hoffnungen um den Titel mitzukämpfen. Für ihn galt es, das Beste aus seiner ausgezeichneten Startposition herauszuholen. Vom Start weg legten die Konkurrenten ein äußerst strammes Tempo vor, dem Lars nicht folgen konnte. Seiner immer noch vorhandenen Erkältung musste er auf der konditionell sehr fordernden Strecke seinen Tribut zollen. In den technischen Passagen konnte er allerdings immer wieder seine Stärken unter Beweis stellen und sich verlorene Positionen teilweise wieder zurückerkämpfen. Nach 4 anstrengenden Runden belegte er einen starken 23. Platz und wurde in seinem jungen Jahrgang sogar den 5.

Als nächste war Christine Hemmerling in der Hobby-Frauenklasse an der Reihe. Sie hatte im Training bereits Probleme mit den technisch anspruchsvollen Passagen und ihre Zielsetzung galt in erster Linie dem Erfahrung sammeln. Leider gelang es ihr nicht, auf den konditionellen Streckenabschnitten ihre Leistung richtig abzurufen und so musste sie sich mit dem 5. und letzten Platz in der Hobby-Klasse begnügen.

Der Youngster Thore durfte nur in einem Kids-Race an den Start gehen, da es Deutsche Meisterschaften erst ab der Altersklasse U15 gibt. Thore, der der deutschen Nationalauswahl der AK U13m angehört, zeigte mal wieder seine ausgezeichneten Fähigkeiten und gewann sein Rennen mit großem Vorsprung und setzte sogar den Vorfahrer unter Druck. Thore zählt jetzt schon zu den saarländischen Nachwuchshoffnungen Mountainbike-Sport.

Für Philipp Lenhart war die Spannung groß, wie er sich in dem starken U17-Teilnehmerfeld auf dieser konditionell sehr anstrengenden Strecke behaupten konnte. Wie schon bei Lars, wurde auch in seinem Rennen direkt ein äußerst hohes Tempo vorgegeben, dem er versuchte zu folgen, dadurch aber an seine körperlichen Grenzen stieß. Nach dem kräftezehrenden Anstieg in der zweiten Runde stand er sogar kurz vorm Kollaps, biss sich jedoch weiterhin tapfer durch, fiel aber auf Platz 45 zurück. In den weiteren Runden kam er glücklicherweise immer besser ins Rennen und konnte in den technischen Streckenabschnitten seine Stärken ausspielen und Plätze gut machen. In der letzten und fünfte Runde wirkte er dann wie ausgewechselt und setzte seine Vorderleute, die mittlerweile fast 500m enteilt waren, mächtig unter Druck und auf den letzten 1,5km des Rennens schaffte er das Unmögliche und konnte den Vorsprung komplett auffahren und sogar 3 Plätze wieder gut machen, den letzten sogar im Zielsprint. Als Belohnung kam der 32. Platz von 72 gewerteten Fahrern heraus.

Im letzten Rennen des Tages mussten nun die zwei Senioren an den Start. Für Sascha Schwindling war die Startaufstellung schon etwas bescheiden, da nicht nach Gesamtklassement der Master I-Bundesliga, sondern nach Startnummern aufgestellt wurde und er so aus der vorletzten Reihe ins Rennen musste. Nach dem Start schaffte er es im langen Anstieg wieder bis zur Spitzengruppe vorzufahren, hatte aber dabei zu viel Kräfte gelassen und musste teuer dafür bezahlen. Er musste in der Folge deutlich das Tempo rausnehmen und konnte so nicht mehr im Kampf um die Meisterschaft mitmischen. Am Ende reichte es als 9. immerhin für die Top Ten.

Der älteste St. Ingberter Dirk Hemmerling machte sich beim Blick auf das starke Teilnehmerfeld nicht allzu viel Hoffnung auf eine Top-Platzierung. Er wollte die angesetzten 7 Runden eher taktisch fahren und hinten raus Druck machen, allerdings gab es keine Zeit für taktische Spielchen, da auch hier vom Start weg ein hohes Tempo von seinem direkten Konkurrenten angeschlagen wurde. So war Dirk bereits frühzeitig im Rennen im Kampf um Platz 4 eingebunden. In der technisch rasanten Abfahrt konnte sich Dirk immer wieder absetzten, allerdings wurde sein Vorsprung jedes Mal von seinen Konkurrenten zugefahren. Ab der vorletzten Runde reduzierte sich dann das Rennen um Platz 4 in ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die ersten drei waren enteilt und der Kampf um Platz 4 blieb hoch spannend. Ein Fahrfehler seines vorausfahrenden Konkurrenten lieferte dann kurz vor Rennende die Entscheidung um Platz 4. Glücklicherweise konnte Dirk einen Sturz gerade noch vermeiden und sich einen kleinen Vorsprung ins Ziel sichern. Ein hervorragender 4. Platz bei den Deutschen Meisterschaften der Masters II für Dirk Hemmerling, mit dem er vor dem Rennen nie gerechnet hätte.

Nicht nur auf nationaler Ebene sind die Fahrer des RSC St. Ingbert aktiv, auch im Ausrichten des Bank1Saar MTB-Marathon ist der RSC eine feste Größe im Rennkalender. Infos unter www.rsc-igb.de