Volkstrauertag: Gedenken und Mahnung

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Der Volkstrauertag ist ein stiller Feiertag, an dem den Gewaltopfern auf der ganzen Welt gedacht wird. Er soll darüber hinaus ein Symbol für Frieden, Verständigung und Versöhnung sein.

Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wurden auch in St. Ingbert alle offiziellen Gedenkfeiern auf den Friedhöfen abgesagt. Im Beisein von Ortsvorsteherin Irene Kaiser legte Oberbürgermeister Prof. Dr. Ulli Meyer am Kriegerdenkmal in der Albert-Weisgerber-Allee einen Kranz nieder. “Wir gedenken heute der Opfer von Gewaltherrschaft, Terrorismus und der Kriege, die in vielen Ländern der Erde immer noch anhalten. Wir können stolz darauf sein, seit 75 Jahren in Sicherheit in unserem Land zu leben. Es sollte unser aller Ziel sein, für den Frieden einzutreten und daran zu arbeiten, dass dies auch in Zukunft so bleibt,” so die mahnenden Worte des Oberbürgermeisters.

Foto: Eleonore Meyer
In den Stadtteilen legten die Ortsvorsteher, teilweise im Beisein von wenigen Verantwortlichen, ihre Kränze zum Gedenken an die Kriegsopfer auf den Friedhöfen nieder. Auch hier wurde wegen der Corona-Pandemie auf die Teilnahme von Chören oder Musikvereinen verzichtet.

Auf dem Friedhof in Rohrbach wird seit 22 Jahren am Volkstrauertag auch ein Kranz für die 20 jungen Fußballer niedergelegt, die am 14. November 1948 bei einem tragischen Autounfall ums Leben kamen. Zwischen Mimbach und Breitfurt kam der marode Laster aufgrund von Defekten an Steuerrad und Bremsen von der Fahrbahn ab und stürzte in die Blies. Die mit einer Plane überspannte Ladefläche, auf der insgesamt 45 Personen saßen, wurde für viele zu einer tödlichen Falle. Bis zum heutigen Tage gedenken die Rohrbacher regelmäßig der Opfer. Jährlich zum Volkstrauertag findet eine Kranzniederlegung am Gemeinschaftsgrab der verunglückten Fußballer statt. Das Unglück des SV Rohrbach vom 14. November 1948 war bis heute der schwerste Verkehrsunfall, den es im Saarland gab.

Foto: Reinhard Gehring

Info:

Das 1932 errichtete Kriegerdenkmal von Bildhauer Fritz Claus (1885 – 1956) besteht aus einem rechteckigen Monolithen. Auf drei Seiten sind mehr als 570 Namen von gefallenen St. Ingbertern während des 1. Weltkrieges verewigt. Die Seite zur Straße hin zeigt eine Szene, wie Engel sich um die toten Soldaten kümmern. Auch der Name des berühmtesten Sohnes der Stadt St. Ingbert ist auf dem Monument zu finden: Der Maler Albert Weisgerber fiel am 10. Mai 1915 bei Fromelles in Belgien.