Wissenschaftsforum: „Ein Polymer aus Calciumaluminat und Wasserglas als Zementersatz“

Wissenschaftsforum: **„**Ein Polymer aus Calciumaluminat und Wasserglas als Zementersatz“**
Im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe bietet der MINT Campus Alte Schmelz e.V. am Dienstag, 24. März 2026 ab 19:30 Uhr, einen Vortrag zu dem Thema „Ein Polymer aus Calciumaluminat und Wasserglas als Zementersatz“an. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Veranstaltung findet „hybrid“ statt. Vor Ort referiert Prof. Dr. Bernd Spangenberg, Hochschule Offenburg, im SFTZ-Gebäude des MINT-Campus in der Alten Schmelz, Saarbrücker Str. 38e, 66386 St. Ingbert. Für die Teilnahme vor Ort wird um Anmeldung per Mail gebeten.

Online können Sie teilnehmen unter: https://t1p.de/Wissenschaftsforum 

Calciumaluminat-Zement ist eine geeignete Quelle für tetraedrisches Aluminium, das mit Silizium aus Wasserglas in einer exothermen Reaktion reagiert und anorganische Polymerstrukturen bildet. Diese sind auch bei hohen Temperaturen von über 1.500 °C stabil. Alle tetraedrisch konfigurierten Aluminiumatome der verschiedenen getesteten Calciumaluminate reagieren mit tetraedrischen Siliziumgruppen aus Wasserglas zu -O-Si-O-Al–O-Ketten mit einem durchschnittlichen Si/Al-Verhältnis von 1. Das Polymer härtet bei Temperaturen zwischen 4 und 64 °C aus. Die Verarbeitbarkeit ist identisch mit der von Beton aus gewöhnlichem Portlandzement (OPC) und ermöglicht das Gießen und Aushärten bei Raumtemperatur ohne zusätzliche Energiezufuhr. Das neue Polymer hat das Potenzial, OPC in allen seinen Anwendungen vollständig zu ersetzen und könnte die jährlichen CO2-Emissionen aus der OPC-Produktion von derzeit 8 % aller weltweiten CO2-Emissionen auf weniger als 2 % reduzieren.
Zum Referenten:
*Bernd Spangenberg *studierte Chemie und Philosophie an der Philipps-Universität Marburg und schloss das Studium der Chemie 1982 mit einer Diplomarbeit in metall-organischer Chemie ab. Er wechselte an den Fachbereich Pharmazie der Philipps-Universität und wurde 1987 im Fach Pharmazeutische Chemie promoviert.

Anschließend arbeitete er in der pharmazeutischen Industrie in Deutschland und der Schweiz als Laborleiter, kommissarischer Kontrollleiter und Forschungsleiter. 1991 wurde er für das Fach Umweltanalytik im Studiengang Verfahrens- und Umwelttechnik an die Hochschule Offenburg berufen. 2002 führte ihn ein Forschungssemester an das European Commission’s Joint Research Centre nach Geel, Belgien. Seit 2021 ist er Seniorprofessor an der Hochschule Offenburg.

Bernd Spangenberg forscht zum Thema Ressourcen schonende Chromatographie und hier zu neuen Detektionsmethoden in der High-Performance Thin-Layer Chromatography (HPTLC). Dabei interessiert ihn neben dem Bau neuer Messsysteme insbesondere die mathematisch-physikalische Theorie zur Messtechnik mit Licht in streuenden Medien. Er ist Autor zahlreicher Publikationen zur HPTLC. Sein Buch /Quantitative Dünnschichtchromatographie /ist aktuell das einzige verfügbare Werk zur Planarchromatographie im deutschsprachigen Raum. Daneben forscht Bernd Spangenberg zum Thema Recyclingtechnik und Verfügbarkeit von Rohstoffen. Ziel dieser Forschung ist es, die CO2-Belastung der Umwelt über eine Substitution von Kohlenstoffpolymere durch Siliziumpolymere zu reduzieren. Von 2007 bis 2022 war er Editor-in-Chief des /Journals of Planar Chromatography /(bei SpringerNature).

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