Französische Filmtage in der Kinowerkstatt

Vom 30. Januar bis einschließlich 2. Februar finden in der Kinowerkstatt St. Ingbert, Pfarrgasse 49, die 19. Französischen Filmtage statt, wie immer organisiert von Heinrich Klein und Heinrich Schmitt, zusammen mit Kinowerkstatt – Leiter Wolfgang Kraus.
Auf dem Programm stehen diesmal sechs französische Sozialkomödien mit dem Schwerpunkt andere Nationalitäten unter dem Motto “Was das Leben so mit sich bringt: Von Monsieur Claude bis Molière!” In allen Filmen geht es um Einwanderer, sei es diejenigen, die in den 50 er Jahren aus Spanien kamen oder später aus Portugal oder aktuell aus Afrika.

Wie jedes Jahr hat der Generalkonsuls der Französischen Republik im Saarland die Schirmherrschaft übernommen, das Programm wurde erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Institut d’études françaises in Saarbrücken, dem Institut für Romanistik der Universität des Saarlandes.
Eröffnungsfilm ist am Freitag, den 30 Januar, um 19 Uhr „Monsieur Claude und seine Töchter“.
Ausgangspunkt für Philippe de Chauverons witzige Komödie um Monsieur Claude ist die Tatsache, dass mit 20 Prozent Ehen zwischen Partnern verschiedener Herkunft und Religion Frankreich Weltmeister in puncto Mischehen ist.
Der patriarchalische Notar Claude und seine sanfte Gattin, Repräsentanten des Alten Frankreich,
verstehen die Welt nicht mehr: Warum nur haben ihre drei Töchter einen Moslem, einen Juden und einen Chinesen geheiratet, statt einen netten katholischen Franzosen? Und so fragen sie sich „Was haben wir nur dem lieben Gott getan? – “Qu’est-ce qu’on a fait au Bon Dieu” – so der französische Originaltitel.
Nach der Vorstellung lädt der französische Generalkonsul zum Vin d’honneur ein.

Ein Klassiker des französischen Kinos läuft am Samstag, den 31. Januar um 20 Uhr: “Die Abenteuer des Rabbi Jacob” (Rabbi Jacob, Frankreich, 1973, 95 Minuten, FSK 12) Die Geschichte des von Verbrechern gejagten, rassistischen Industriellen, gespielt von Louis de Funès als Viktor Buntspecht, der seine Haut nur retten kann, indem er sich als jüdischer Rabbi verkleidet – ein
Plädoyer für Verständnis und Nächstenliebe. Dass diese Botschaft dem Zuschauer ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit viel Spaß und Witz überbracht wird, versteht sich von selbst. Auch hier spielt die Hochzeit der Tochter mit einem Nicht-Franzosen eine bedeutende Rolle.

In dem Film “Nur für Personal” nimmt sich Regisseurs Philippe Le Guay des Verhältnisses zwischen Dienstboten und “Herrschaft” im standesbewussten Frankreich an: Paris, 1962. Familie Joubert gehört zu den reichen Bewohnern eines luxuriösen Mehrfamilienhauses. Bereits seit 25 Jahren vertrauen Herr Joubert, ein erfolgreicher Börsenmakler, und Frau Joubert auf die Dienste ihrer französischen Haushaltshilfe. Als diese die schlecht bezahlte Arbeit kündigt, finden sich auf dem Arbeitsmarkt nur noch Spanierinnen, die um Brot und Arbeit ihre Heimat verlassen haben. Im sechsten Stock des Gebäudes beziehen sie eine kleine Dachzimmerwohnung und bringen frischen Wind in das Leben ihrer Arbeitgeber. Herr Joubert begeistert sich vor allem für die junge Maria… “Nur für Personal“ läuft am Sonntag, den 1. Februar als Matinée – Vorstellung um 11 Uhr, nach der Vorstellung dann das traditionelle Frühstück (Brot, Wein und Käse).

Am Sonntagabend dann um 18 Uhr stehen in “Portugal mon amour” (Original: (La cage dorée) portugiesische Einwanderer im Mittelpunkt: Maria Ribeiro arbeitet als Concierge im vornehmen 16. Pariser Arrondissement und ist die Seele des großbürgerlichen Wohnhauses, ihr Ehemann José ist als Vorarbeiter einer Baufirma bei Kollegen geschätzt. Beide haben sich im Goldenen Käfig eingerichtet. Nur manchmal packt die beiden die Sehnsucht nach der alten Heimat, und sie träumen
insgeheim von der Rückkehr. Die scheint plötzlich zum Greifen nah, als ihnen ein Anwaltsschreiben ins Haus flattert: Josés Bruder ist gestorben und hat ihnen ein Weingut in Portugal vererbt….

Ganz und gar nicht zurück in ihre Heimat Marokko dagegen will eine junge Marokkanerin in dem Film “Paris um jeden Preis”, am Sonntag, um 20 Uhr zu sehen. Sie lebt seit 20 Jahren in Paris und ist auf dem Sprung zur großen Karriere in einem Haute-Couture-Haus, da wird sie in ihre Heimat abgeschoben, weil ihre Aufenthaltserlaubnis abgelaufen ist. Sie spricht kein Arabisch, verwirrt ihre Umgebung mit High Heels und kurzen Kleidchen, kommt auch mit ihrer Familie am Rande
der Wüste nicht mehr klar. Während sie mit allen legalen und illegalen Mitteln versucht, nach
Frankreich zurückzukehren, entdeckt sie ihre Wurzeln, entwickelt neue Kreativität und erfüllt
sich am Ende doch ihren Lebenstraum….

Als Abschlussfilm läuft am Montag, den 2. Februar, um 19 Uhr “Molière auf dem Fahrrad” (Alceste à bicyclette) mit Fabrice Luchini und Lambert Wilson. Serge Tanneur (Fabrice Luchini) war einst ein bekannter und erfolgreicher Schauspieler, lebt nun aber zurückgezogen im Ruhestand auf der Île
de Ré im Atlantik. Sein alter Freund Gauthier Valence (Lambert Wilson) plant eine Inszenierung
von Molières “Der Menschenfeind” und besucht seinen Ex-Kollegen auf der Insel, den er unbedingt
für eine wichtige Nebenrolle gewinnen will. Serge lehnt ab, kann aber nicht verhehlen, dass ihn die
Hauptrolle des Alceste reizt – schließlich habe er schon früher davon geträumt, einmal diese
berühmte Figur zu spielen. Doch darauf will sich wiederum Gauthier nicht einlassen, der den
Protagonisten-Part für sich selbst reserviert hat.
Letztlich einigen sie sich darauf, Alceste in gemeinsamen Proben abwechselnd zu spielen.
Dabei entdeckt Serge seine alte Liebe wieder – die Schauspielerei – und lernt außerdem die
reizende Francesca (Maya Sansa) kennen. Doch die schöne Italienerin von nebenan verdreht auch
Gauthier den Kopf…

Preise: Carte festival für alle Filme: 20 Euro, Filme einzeln 4.-/3.- Euro
Info unter http://www.kinowerkstatt.de oder unter Tel 06894 36821.

Programm Kinowerkstatt St. Ingbert vom 30.Januar – 2. Februar 2015!

“Monsieur Claude und seine Töchter” (Freitag, 30. Januar, 19 Uhr)
“Die Abenteuer des Rabbi Jacob” (Samstag, 31.Januar, 20 Uhr)
“Nur für Personal” (Sonntag, 1. Februar, 11 Uhr Matinée)
“Portugal mon amour” (Sonntag, 1. Februar, 18 Uhr)
“Paris um jeden Preis” (Sonntag, 1. Februar, 20 Uhr)
“Molière auf dem Fahrrad” (Montag, 2. Februar, 19 Uhr)