Die Familie Roth hat sich in St. Ingbert seit nunmehr sieben Jahrzehnten sowohl einen Namen als auch einen etablierten Platz im Friseurhandwerk erarbeitet. Den heutigen Damen- und Herrensalon in der Ludwigstraße führt Sabine Roth, ihr zur Seite stehen zwei Mitarbeiterinnen. Aber die Familiengeschichte der Friseurmeister Roth begann schon viel früher, nämlich am 02. Juli 1956.
Belegt wird dieses Datum durch die offizielle Eintragung ins Gewerberegister der Stadt St. Ingbert. Hermann Roth, der Großvater von Sabine Roth, eröffnete damals einen Friseursalon im ehemaligen Stadtbad. Oberbürgermeister Dr. Ulli Meyer ließ es sich nicht nehmen, zusammen mit Wirtschaftsförderin Martina Quirin die Jubiläumsveranstaltung im Salon in der Ludwigstraße zu besuchen und persönlich zu gratulieren: „Einen Familienbetrieb über 70 Jahre zu führen, erfordert nicht nur ein besonderes handwerkliches Geschick, sondern auch Herzblut und Engagement. Dafür danke ich ihrer ganzen Familie und gratuliere ganz herzlich.“ Er verlas im Beisein zahlreicher Gäste den Gewerberegister-Eintrag und alle anwesenden Gäste schmunzelten bei der Passage „Staatsangehörigkeit: Saarländer“.
Vielen St. Ingbertern wird der damalige Friseursalon Roth, der bis ins Jahr 2000 im Gebäude des ehemaligen Stadtbades geführt wurde, noch im Gedächtnis sein. Geführt wurde dieser anfangs von Hermann Roth, bevor sein Sohn Werner im März 1963 ebenfalls den Friseurberuf erlernte und ihn unterstützte. 1980 übernahm der Sohn das Geschäft und führte es erfolgreich bis Ende 2008 weiter. Auf der Meisterschule, die Werner Roth erfolgreich abschloss, nahm das Schicksal seinen weiteren Verlauf. Dort lernte er seine Ehefrau Karin kennen, die ebenfalls den Beruf der Friseurmeisterin anstrebte. Und es kam, wie es kommen musste, die beiden wurden schließlich ein Paar. Vor kurzem feierten sie ihren 53. Hochzeitstag, den Werner Roth lächelnd mit den Worten „ich hätt nie e Anneres gewollt“ kommentierte. Auch Ehefrau Karin arbeitete viele Jahre – mit kurzer Unterbrechung wegen Elternzeit und Kindererziehung – mit Freude im Friseursalon mit.
Der Seniorchef blickt mir Freude auf sein Berufsleben zurück: „In den vielen Jahren als Friseurmeister habe ich immer großen Wert auf ein gutes Arbeitsverhältnis mit meinen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und den zahlreichen Auszubildenden gelegt. Es freut mich immer noch besonders, wenn ich durch die Innenstadt spaziere und von so vielen Menschen freundlich angesprochen werde. Das gibt mir ein gutes Gefühl und erfüllt mich auch ein bisschen mit Stolz.“
Aufgrund der Abrisspläne des ehemaligen Hallenbades erfolgte der Umzug in die neuen Geschäftsräume in der Ludwigstraße, ehemals Pelz Wellner, im Jahr 2000. Hier übernahm schließlich die Tochter Sabine Roth Anfang Januar 2009 die Geschäftsführung. „Schon seit ich denken kann, dreht sich in unserer Familie irgendwie schon immer alles um das Friseurhandwerk. Angefangen damit hat meine Oma mütterlicherseits Regina Müller, die bereits in den 50er Jahren in Reisbach als Friseurin selbständig war. Ebenso ist die Schwiegermutter meiner Schwester im Friseurberuf tätig und auch meine Schwiegermutter war Friseurin. Ich bin mir nicht sicher, ob man hier von einer Dynastie sprechen kann, aber es fühlt sich auf jeden Fall so an“, erzählt die Inhaberin Sabine Roth lachend aus der Familiengeschichte. Und dass in diesen Geschäftsräumen Familientradition gelebt wird, zeigen eindrücklich die vielen Gratulanten sowie Kundinnen und Kunden, die am Jubiläumstag gerne vorbeischauten. Bei kleinen Häppchen und so manchem Gläschen Crémant verweilten die Gäste in dem sehr geschmackvoll eingerichteten Friseursalon oder auch auf den gemütlichen Sitzgelegenheiten unter dem Pavillon vorm Geschäftseingang. Und nicht Wenige von ihnen nutzten die Gelegenheit und besuchten anschließend bei bestem Sommerwetter das Ingobertusfest.
Foto: Maja Borner
Foto: Maja Borner
