Programm der Kinowerkstatt St. Ingbert vom 30. März – 2. April 2018

“Die Grundschullehrerin” (Freitag, 30. März, 20 Uhr; Samstag, 31. März, 20 Uhr; Montag, 2. April, 20 Uhr)
Double Feature: “Ahnungslos” und “Vielmachglas” (Sonntag, 1. April, 19 Uhr)
“Vielmachglas” (Sonntag, 1. April, 19 Uhr; Montag, 2. April, 16 Uhr + 18 Uhr)

Französisches Kino par excellence: “Die Grundschullehrerin” !

Wie in einem Taubenschlag geht es am Hauptschauplatz, einer Grundschule, in Hélène Angels Film “Die Grundschullehrerin” zu, (Frankreich 2016), Regie: Hélène Angel, mit Sara Forestier, Vincent Elbaz, Albert Cousi, Ghillas Bendjoudi, Guilaine Londez, Patrick d’Assumçao, Olivia Côte, zu sehen in der Kinowerkstatt am Freitag, 30. März, 20 Uhr; Samstag, 31. März, 20 Uhr; Montag, 2. April, 20 Uhr.
Schreiende Kinder, quasselnde Kinder, Kinder, die einander ärgern, Kinder, die nicht still sitzen können und inmitten des ganzen Chaos‘ Florence (Sara Forestier).
Als dann ein Schüler für reichlich Unruhe und dann für überraschend heftige Aggressionen sorgt, muss eine alternative Betreuungsperson herbeigerufen werden und der daraufhin erscheinende Motorradkurier Mathieu mag zwar zunächst wie ein etwas verantwortungsloser Luftikus wirken, doch seine Wohlgestalt erregt Florences Aufmerksamkeit. Ach, ein Mann wäre doch auch einmal wieder eine ganz schöne Abwechslung!

Wie in das richtige Leben geworfen, fühlt man sich in Angels Film, so authentisch bildet er den Alltag in einer Schule ab – dafür war die Regisseurin zwei Jahre in Schulklassen zugegen – und so ehrlich spiegelt er menschliche Gefühle wie Wut oder Freude wider. Dabei geht der Film feinfühlig mit seinen Charakteren um, ohne die Dramen, die das Leben spielt, unnötig aufzubauschen. Die Grundschullehrerin ist etwas für Kopf und Herz, eine kleine französische Filmperle, die einfach guttut.
Der Zuschauer kann sich auf eine glänzend aufgelegte Sara Forestier („Der Name der Leute“) und auf ein großartiges Ensemble an Jungdarstellern verlassen: Die sympathischen Kinder scheinen sich einfach selbst zu spielen – das chaotische Treiben wirkt dadurch ungemein authentisch. Es ist ein überaus konzentrierter und dichter Film, der ebenso Einblicke in den schulischen Alltag bietet wie in die Prämissen und Ziele der angebotenen Erziehung. Er vermittelt ein glaubwürdiges Bild von einem der anstrengendsten und lohnendsten Berufe, die sich denken lassen.

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Double Feature am Ostersonntag, Regisseur Florian Ross zu Gast!

Zu einem Abend mit gleich zwei Filmen lädt am Ostersonntag um 19 Uhr der Regisseur Florian Ross persönlich in die Kinowerkstatt ein. Er ist aus Köln in seine Heimatstadt St. Ingbert angereist, wo vor zwei Wochen sein erster grosser Spielfilm “Vielmachglas” Premiere hatte.
Vor genau 20 Jahren (1998), damals noch Schüler, präsentierte er zusammen mit Freunden in der Kinowerkstatt seinen ersten selbstgedrehten Film mit dem Titel “Ahnungslos”. Dazu Florian Ross: “Die drei Freunde Jan, Tobi und Pit machen sich auf den Weg ein mysteriöses Grundstück zu erforschen. Die Expedition wird jedoch zum lebensbedrohlichen Trip, denn sie wissen nicht, was sie verfolgt.
Inspiriert durch Steven Spielbergs „Jurassic Park“ und der Vorfreude auf den zweiten Teil „Vergessene Welt“ hab ich mit meinem Bruder und einem Freund im Sommer 1997 die ersten Szenen zu „Ahnungslos“ gedreht. Im Winter hab ich um diese Szene ein Drehbuch geschrieben, das wir dann im Sommer 1998 umgesetzt haben. Der Schnitt wurde am VHS-Rekorder gefertigt, bei der Tonbearbeitung hat mir Christian Lang geholfen. Die Uraufführung fand am 13.11.1998 in der Kinowerkstatt statt. Kosten geschätzt 20 DM, für eine Hi8-Kassette, eine Tube Kunstblut und eine VHS-Kassette.” – soweit Florian zur Vorgeschichte.

Die Kosten für “Vielmachglas” betrugen 3,5 Millionen Euro: Entstanden ist ein berührendes Roadmovie mit prominenter Besetzung: Matthias Schweighöfer, Jella Haase, Juliane Köhler, Uwe Ochsenknecht u.a. Zu sehen ist „Vielmachglas“ am Sonntag, den 1. April, um 19 Uhr in Anwesenheit des Regisseurs, Wiederholung am Montag, den 2. April, um 16 Uhr und 18 Uhr!
Zum Inhalt: Marleen ist auf der Suche nach sich selbst, ist furchtbar unentschlossen. Ganz anders ihr Bruder Erik (Matthias Schweighöfer): Er ist Draufgänger, Abenteurer, Weltenbummler – jemand, der sich alles traut und dem nur noch ein Kontinent auf seiner Liste fehlt. Sie weiß nicht, was sie nach der Schule mit ihrem Leben anfangen soll. Sie jobbt in einem Kino, will eigentlich studieren, weiß aber nicht recht, was und wie. Ihre Eltern (Juliane Köhler, Uwe Ochsenknecht) halten ihr gern den Bruder als leuchtendes Beispiel vor Augen, der für einen Tag hereinschneit, bevor er das nächste Schiff kriegen muss. Marleen wird dadurch nur noch bockiger. Doch dann begibt sie sich tatsächlich auf eine gefährliche Reise per Anhalter, im Rucksack das „Vielmachglas“, das ihr Erik geschenkt hat: Jedes Mal, wenn sie sich was getraut hat, soll sie es aufschreiben und den Zettel in das Glas tun. Und weil es ganz viele Zettel werden sollen, ist es eben kein Einmach-, sondern ein Vielmachglas. Zunächst kann Marleen damit gar nichts anfangen, auch nicht mit ihrer Reise, auf der sie der plappernden You­Tuberin Zoë (Emma Drogunova) und dem Fotografen Ben (Marc Benjamin) begegnet und wegen einer Prügelei mit Rockern hinter Gittern landet. Als Ben ihr den Sinn des Trips verdeutlichen will, lästert Marleen nur: „Der Weg ist das Ziel – deep.“ Doch dann beginnt sie ­ allmählich – zu verstehen.
“Der charmante Selbstfindungstrip (Drehbuch: Finn Christoph Stroeks) überrascht immer wieder – auch damit, dass er manchmal vorhersehbar ist. Und natürlich lebt der Film von, mit und durch Jella Haase, die einmal mehr beweist, dass sie weit mehr draufhat als nur Chantal aus „Fack ju Göhte“. Viel mehr. In dieser Beziehung ist sie: das Vielmehrgirl. Fazit: Liebenswerter Selbstfindungstrip mit Witz, Herz und einer überragenden Jella Haase.” (Cinema.de)
“Absolute Filmempfehlung! Der Film war tiefgründig und gut durchdacht. Man geht
besser gelaunt aus der Vorstellung raus! Toller Film! und “…sehr schöner, aber trauriger Film!” (Mel)