Das Fest der Spezialitäten beginnt

Ungewöhnliche Kombinationen und Ideen beim 28. Internationalen Jazzfestival St. Ingbert vom 3. bis 6. April

Ein Anliegen der St. Ingberter Jazzmacher ist es, die neuesten Entwicklungen der Blue Notes vorzustellen. Dazu gehören auch Gruppen, die (noch) nicht zu den Weltstars gehören, dennoch neue Trends setzen, beziehungweise alte auf innovative Art interpretieren. Das ist auch bei der 28. Ausgabe des Internationalen Jazzfestivals St. Ingbert nicht anders.

Shakespeare und Jazz

Gleich am ersten Festivaltag erlebt das Publikum eine eher ungewohnte Kombination. Die belgische Sängerin Caroll Vanwelden verwandelt Shakespeare Sonette mit ihren eigenen Kompositionen in ein so noch jazzig-akustisches Gewand voller Emotionalität und Frische. Das Maß an Intensität, das hier aufgebaut wird, ist außeror-dentlich und verleiht den Worten Shakespeare eine neue Dimension. Zudem weiß die Absolventin der renommierten Londoner Guildhall School of Music & Drama eine Band hinter sich, die in wohldosiertem Spiel der Musik Transparenz und Plastizität verleiht. Damit rückt sie den großen Dichter Shakespeare unversehens auch in die Nähe der großen Jazzlibrettisten und transportiert seine Texte in eine Musik unserer Gegenwart.

Jazz aus Japan

Aus Japan kommt die nächste Bandleaderin am ersten Festivalabend. Makiko Hirabayashi stammt aus Tokio, lebte in Hongkong und studierte in Boston, ehe sie nach Dänemark zog. Sie hat sich ihre japanische Identität bewahrt. In ihrem Klavierspiel taucht immer wieder die Pentatonik auf, und zuweilen klingt der Flügel wie eine Koto-Zither. Originäres und Eigenkompositionen haben für Makiko Hirabayashi Vorrang gegenüber Jazz-Standards. Lust und Freude sind hör- und sichtbar bei der intensiven Kommunikation mit ihren beiden Musikern, dem Bassisten Klavs Hovman und dem Perkussionisten Marilyn Mazur.

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Schwedische Impressionen

Vor Weltstar Billy Cobham ist ein schwedischer Jazzmusiker zu Gast am 4. März in St. Ingbert sein. Das Trio um Emil Brandqvist ist mit Auszügen aus seiner CD “Breathe Out” erstmals auf Deutschland-Tour. Als Filmmusiker ist der Bandleader in verschiedensten Genres zu Hause. In den melodiösen Jazz “Marke Brandqvist” fließen Elemente aus skandinavischer Folkmusik ebenso ein wie Pop-Schemata. Das klingt im Wechselspiel von Piano und Streichquartett zumeist sehr gefällig.

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Historische Klänge am Piano

Als außergewöhnliches Highlight kommt zu besonderen Anlässen der “International Stride Piano Summit” zusammen. Nach den großen Erfolgen der letzten Jahre in New York, Florida, Zürich und München gastieren vier Weltklassepianisten am dritten Tag des Internationalen Jazzfestivals St. Ingbert. In wechselnden Solo- und Duobesetzungen präsentieren Mike Lipkins, Bernd Lhotzky, Louis Mazetier und Chris Hopkins ihr Können auf der Bühne der Stadthalle.

Alle vier Pianisten verbindet eine seltene und tiefe Leidenschaft. Ganz besonders für den virtuosen und faszinieren-den Solo-Stil, genannt “Harlem Stride Piano”, dem im New York der 20er bis 40er Jahre Pioniere wie Fats Waller und Duke Ellington zu einzigartiger Popularität verhalfen. Welt-weit gibt es aktuell vielleicht ein gutes Dutzend Pianisten, die diesen orchestralen, anspruchsvollen Klavierstil beherrschen, der gerade im Duo zu einer besonders intimen und spannenden Form der musikalischen Begegnung wird.

Kartenverkauf

Karten für die Konzerte des 28. Internationalen Jazzfestivals St. Ingbert kosten an den ersten drei Festivaltagen in drei Platzkategorien 27 € / 22€ und 17 € (ermäßigt 22 € / 17€ /12 €). Am Sonntag, 6. April (Doldinger) werden 35€ / 30€ und 25€ (ermäßigt 30€ / 25€ / 20€) fällig. Ein Abonnement für alle vier Tage gibt es für 90€ / 70€ / 50€ (ermäßigt 70€ / 50€ / 30€). Ermäßigte Karten gibt es für Schülerinnen und Schüler, Studierende, Auszubildende, Teilnehmer des freiwilligen Sozialdienstes, Arbeitslose und Empfänger von Sozialhilfeleistungen. Ein entsprechender Nachweis ist erforderlich.

Karten sind erhältlich bei allen ProTicket-Vorverkaufsstellen in Deutschland, unter anderem an der Infotheke im Rathaus St. Ingbert und bei den Geschäftsstellen des Wochenspiegel. Im Internet unter www.proticket.de und telefonisch unter 0231/9172290.

Das 28. Internationale Jazzfestival St. Ingbert im Internet unter www.experience-Jazz.de, auf Facebook unter www.facebook.com/jazzfestivalsanktingbert.